9. September 2014

Herz.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, 
das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Antoine de Saint-Exupéry ( Der kleine Prinz)


Dies ist ihr Lieblingszitat & sie macht es zu ihrem Lebensmotto... Eine Frau so herzensgut wie keine andere, die für ihre Liebsten durchs Feuer gehen würde, an die ich mich immer und immer wieder anlehnen kann... Die Frau, die mich ohne Worte versteht, die mich in den Arm nimmt und ich Heimat fühle. Die Frau deren Liebe ich bereits vor meiner Geburt zu spüren bekam, auch wenn ich mich heute nicht mehr daran erinnere. Die Frau, die mich als ihr Kind annahm, auch wenn ich absolut ungeplant war.
Schon mehr als ein halbes Jahrhundert hat sie hinter sich gebracht. Und heute sind es nur noch 45 Jahre bis sie ein ganzes geschafft hat. Ich bin stolz sie meine Mama nennen zu dürfen. Aus oben genannten Gründen. Und wenn ich etwas von ihr gelernt habe, dann ist es jener Satz: "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Danke.

3. März 2014

Bergfest

Nun sind es schon 1,5 Jahre und 2 Tage Altenpflegeausbildung. 1,5 Jahre in denen ich sehr sehr viel beobachtet, gelernt, gesehen, erlebt, erfahren und geübt habe. Und es sind auch 1,5 Jahre Roßwein, was hier aber nebensächlich sein soll. Und es sind 1,5 Jahre in denen ich "ganz logisch" die typischen Vorurteile über Pflege, Pflegezustände und ähnliches gehört habe. Hier möchte ich zeigen, was diese Ausbildung für mich bedeutet.
Altenpflege ist definitiv mehr als "satt, sauber, trocken." Altenpflege bedeutet zunächst einmal eines: Menschlichkeit, Empathie, Hilfsbereitschaft, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, Teamfähigkeit, Flexibilität, psychische Bewältigungsstrategien, der Umgang mit Leben und Tod, Kommunikation, Beobachtung, Offenheit, Humor, ... Diese Liste könnte man sicherlich ewig weiter füllen, dies sind die Wörter, die mir im Moment spontan einfallen.
Altenpflegeausbildung bedeutet für mich mehrere Wochen Unterricht und mehrere Wochen Praxis. Da ich in der Praxis 40 Stunden in der Woche leisten sollte (Prüfungszulassung), dies aber oft nicht schaffe (ambulanter Pflegedienst) gehe ich jedes zweite Wochenende in der Schulzeit an mindestens einem Tag arbeiten. In der Schule habe ich 12 so genannte Lernfelder (LF), welche auch nochmal in Themenschwerpunkte unterteilt sind. Ich habe aber auch die Fächer Deutsch, Englisch und Ethik & einige Wahlpflichtfächer (z.B. Musiktherapie). Ich lerne in der Schule alle theoretischen Dinge, die wir aber teilweise auch praktisch in der Schule üben. An Pflegepuppen, an den Klassenkameraden, am Herd, ... Es finden sich einige Möglichkeiten um zu Üben.
 Wir lernen die Anatomie des Menschen kennen, damit Leber, Milz, Magen und Gehirn von der Lage nicht verwechseln, sonst rutscht das Hirn noch in den Oberbauch. Wir lernen die Aufgaben und Funktionsweisen von Knochen, Muskeln, Nervensystem, Organen, ... kennen. Wir lernen die Grundlagen der Krankheitslehre kennen, was bedeutet, dass wir über Immunsystem, Infektionen, Entzündungszeichen, und vieles mehr bescheid wissen. Diese beiden Teile sind aber eigentlich nur die Grundlage um Krankheiten zu verstehen. Und allein die spezielle Krankheitslehre nimmt einen großen Platz in unseren Lerneinheiten ein. Wir lernen Arzneimittelformen und Medikamente kennen. Wir lernen wie man den Blutdruck und Puls misst. Wir lernen den Blutzucker zu messen und wir lernen die Injektionsarten kennen. Und wir lernen in der Theorie wie man Blut abnimmt. Leider dürfen wir dies nur dann auch am Patienten durchführen, wenn es ein Arzt abgenommen hat, dies ist aber in der Ausbildung nicht vorgesehen. Ich finde es etwas schade aber vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit, dass mir das ganze ein Arzt abnimmt!
Wir lernen außerdem die Gefahren für Patienten kennen, deren Vorbeugung und die möglichen Maßnahmen kennen. Begriffe wie Thrombose, Sturz, Aspiration, Kontrakturen, Dekubitus, Intertrigo, Soor und Parotitis sind für mich zum "Alltag" geworden und gehören für mich zu dem Wort Prophylaxe wie Socken zu Füßen.
Wir lernen aber auch viele Dinge über die "Beschäftigung" mit alten Menschen, denn auch sie wollen Aufgaben und Tätigkeiten, die ihren Möglichkeiten entsprechen. Wir kochen aber auch in der Schule, lernen vieles über Nahrungsmittel und Kostformen und worauf wir achten sollten.
Wir lernen Möglichkeiten Kinästethisch zu arbeiten, also für uns und den Patienten schonend.... Oh habe ich fast vergessen. Wir lernen auch ziemlich viel über Wunden und Wundversorgung, denn das ist auch unsere Aufgabe, wenn es der Arzt anordnet. Und wir lernen einige Stütz- und Kompressionsverbände kennen. Und wir erarbeiten auch die Biografien der Personen um auf sie bezogen zu handeln... 
Ach? Da schaut ihr etwas verdutzt, mh? Ja ich habe bisher nicht einmal erwähnt, was wir laut den Vorurteilen nur tun. Ja, wir wischen unseren Klienten auch, auf gut Deutsch gesagt, den Arsch ab, aber nur wenn sie es nicht mehr können. Wir helfen ihnen den Weg zur Toilette zu finden/zu meistern. Wir helfen ihnen trotz Rollstuhl den Weg zu finden und zu gehen, da es deutlich angenehmer ist sein Geschäft auf einer Toilette zu erledigen als in ein Inkontinenzmaterial (IKM). Und wir helfen immobilen Bewohnern, die sich selbst nicht/kaum bewegen können und ggf. "nur noch" im Bett liegen, in dem wir benanntes IKM wechseln. Wir helfen ihnen, dass sie regelmäßig Stuhlgang haben, da Verstopfung nicht nur schmerzhaft und unangenehm ist sondern auch Folgen haben kann. Wir helfen unseren Patienten bei der Körperpflege, da sie es nicht mehr so können, wie sie gern wöllten. Auch hierbei gilt der Grundsatz, dass wir nur dass tun, was der Patient nicht mehr kann. So lange sich meine Patientin ihren Oberkörper waschen kann, dann darf sie das auch & wenn ich dabei ihre Hand führe, sie kann dies ruhig tun, da es ihr gut tut. Wir bereiten auch Mahlzeiten oder decken einfach nur den Tisch, damit sie Essen können. Und wenn es für den Klienten nicht mehr selbstständig möglich ist, dann reichen wir ihm eben das Essen und Trinken.  Besonders dieser Part ist oft das, was viele mit meinem Traumberuf verbinden und der sie abstößt, den sie eklig finden. Glaubt mir, es gibt ekligere Sachen Als Kot und Urin.... Und wenn mich jemand fragt, wie ich es denn schaffe diese Dinge zu tun. Dann sage ich zwei Dinge: 1. habe ich immer Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe dabei. und 2. , und das ist für mich schon bedeutend wichtiger, frage ich sie dann gern: "Wenn du es nicht mehr könntest, würdest du dann gern in deiner Sch... schwimmen und stinken? Nein? Stell dir vor, dafür bin ich da. Und stell dir mal vor, die Menschen sind wahnsinnig Dankbar dafür."
Es gibt einen Part in diesem Beruf, der für mich schon deutlich schwieriger ist. Und das ist jener des Sterbens. Das Sterben gehört zum Leben dazu, dennoch vergisst man manchmal zu schnell, dass jeder einmal geht und es gerade bei meinen Patienten schneller gehen kann als man manchmal denkt. Aber selbst hierzu lernen wir Techniken und Methoden kennen. Wir lernen unsere Patienten auf den letzten Metern zu begleiten, wir lernen mit den Angehörigen umzugehen und ggf Trost zu spenden bzw. ein Gespräch. Erst in der letzten Woche ist der Ehemann einer Patientin verstorben (Ruhe er in Frieden..), da wir zu zweit unterwegs waren als wir den Ehemann auffanden (er lebte noch..) hat sich meine Kollegin um ihn und den Rettungswagen gekümmert und ich habe mich zu seiner Frau gesetzt... und als er dann von uns gegangen war, dann saß ich wieder an ihrer Seite, hielt ihre Hand und war für sie da. Und wir sprachen mit den Angehörigen. Dieser Punkt ist, vor allem seelisch, nicht immer einfach. Man muss ein Ventil finden um damit umzugehen, wenn man dieses Gefunden hat, ist es dann etwas einfacher. Und wisst ihr was das entscheidende ist? Man ist nie gänzlich allein. Auch das Gespräch mit den Angehörigen und oder den Kollegen kann einem helfen damit umzugehen.
Natürlich ist es auch nicht immer einfach mit schwierigen Patienten und Angehörigen umzugehen, es ist auch nicht immer einfach mit Ärzten zu kommunizieren & der Apotheke... Aber es gibt einen Entscheidenden Punkt, der jedem Pflegenden sehr viel gibt und aufbaut. Das Lächeln eines glücklichen Patienten, ein Händedruck, ein Dankeschön oder ein Spaß. Denn durch den häufigen Kontakt und die Gespräche lernt man sich kennen. Auf dieser Kommunikationsebene transporiert nicht nur mein Patient etwas, sondern auch ich... Mittlerweile wissen meine Patienten wenn es mir nicht gut geht & reagieren darauf. Das funktioniert automatisch, ohne ein Wort darüber... Man ist da, man stellt sich aufeinander ein & hilft sich gegenseitig. Pflege ist nicht: Ich für dich. Nein. Es ist immernoch ein wir für uns, für eine gute Zusammenarbeit zum Ziel.

Natürlich ist mein Job unterbezahlt, anstrengend - physisch und psychisch - ... natürlich haben wir Schichtarbeit und müssen teilweise kurzfristig einspringen... Natürlich ist mein Job gleichzeitig ein Handeln von Kopf, Hand und Fuß. Natürlich setze ich möglichst alle Sinne beim arbeiten ein & bin deshalb nach er Arbeit oft müde und ausgelaugt. Natürlich arbeite ich am Wochenende, früh am Morgen, spät am Abend oder nachts. Und natürlich können all diese Fakten nicht nur mich leiden lassen sondern auch meine sozialen Kontakte...  Aber all das hält mich nicht davon ab, den mir anvertrauten Menschen, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sie für einen Moment (nochmal) glücklich zu machen und ihnen zu helfen...


Die Bilder mit den roten Sprechblasen stammen von https://www.facebook.com/fachkraeftemangel.altenpflege?fref=ts
Die anderen beiden Bilder sind von mir gemacht worden.




8. Februar 2014

Heimweh.

Ich denke jeder, der schoneinmal für lange Zeit von zu Hause entfernt waren oder von zu Hause weggezogen ist &  in einem anderen Ort wohnt,  der nicht gerade um die Ecke ist, kenntdas Gefühl, was ich meine. Das Gefühl, wenn man sich aufeinmal in den Ort so unheimlich allein und einsam fühlt, so fremd und unwohl, als wäre dieser Ort nicht der an dem man gerade sein sollte. Wenn man beginnt all die Menschen, all die Häuser, all die Momente zu vermissen, die man mit der Heimat, mit dem zu Hause verbindet, zu vermissen. Wenn einem die Tränen in die Augen steigen & man eigentlich gar nicht richtig erklären kann, was los ist, was einem fehlt, was man vermisst, was man fühlt. Es ist wie ein lautes Chaos im Kopf, das sagt: "Ich muss hier weg." Man windet sich in diesem Unwohlsein und fragt sich warum man überhaupt in diesen Ort gekommen ist, warum man sich so sehr von der Heimat entfernt hat. Ich denke dieses Gefühl ist ganz normal. Es ist sicherlich furchtbar normal, dass einem die Freunde und die Familie fehlen & all die Dinge, die man seit seiner Kindheit dort erlebt hat. Es fehlt Heimat & das Gefühl von 'zu Hause'. So geht es mir jedenfalls. Ich weine dann immer bitterlich & kann keinem, der mich fragt, sagen warum genau ich aufeinmal so traurig und niedergeschlagen bin. Denn manchmal weiß ich im ersten Moment noch gar nicht, dass es genau das ist, was mich so herunterzieht. Doch dann, wenn ich sage: "Ich habe heimweh", versteht mich jeder. Es versteht jeder, dass ich Sehnsucht nach zu Hause habe...
Mein Geheimrezept? Das habe ich nicht. Ich lasse dieses Gefühl einfach raus. Ich weine. Und ich sage, was ich fühle. Denn ich fühle mich immer schrecklich allein, obwohl ich es sicherlich gar nicht mehr so sehr bin. Immerhin fange ich gerade an hier, in Roßwein, Menschen zu finden, die dem Wort wertvoll eine Definition geben. Und es tut gut, dass mich diese Menschen verstehen, wenn ich das Wort Heimweh nenne. Sie sind da. Und dann machen sie da, auf ihre Art und Weise und machen das Heimweh ein klein wenig weg... Denn nun geben sie mir ein Stück "zu Hause" und Wohlfühlen. Und was ich noch tu? Wenn es zeitlich passt & ich mich ein klein wenig beruhigt habe, rufe ich die Heimat an, oder schreibe ihnen. Das tut gut, das bringt "zu Hause" ein klein wenig hier her & macht es in meinem Herzen wunderbar warm...

23. November 2013

aus dem Leben einer Altenpflegeazubine,...

Ach, was sind wir dumme Leute -
wir genießen nie das Heute.
Unser ganzes Menschenleben
ist ein Hasten, ist ein Streben,
ist ein Bangen, ist ein Sorgen -
heute denkt man schon an morgen,
morgen an die spät´re Zeit -
und kein Mensch genießt das Heut´-.
Auf des Lebens Stufenleiter
eilt man weiter, immer weiter.
Nutz´ den Frühling deines Lebens,
leb´ im Sommer nicht vergebens.
Denn gar bald stehst du im Herbste,
bis der Winter naht, dann sterbste!
Und die Welt geht trotzdem heiter,
immer weiter, immer weiter . . . .
                    (Otto Reuter)

Mit einem Auszug aus diesem Gedicht reagierte meine älteste Patientin heute auf die Jahre, die zwischen uns liegen...

"Wie lang haben sie noch von mir aus gesehen zu Leben?.... Wie alt sind sie?"
"Einundzwanzig... Also 82 Jahre."
"Wie ich vor kurzem schon sagte: Nutz den Frühling deines Lebens, leb im Sommer nicht vergebens. Denn gar bald stehst du im Herbste, bis der Winter naht, dann sterbste! "

17. November 2013

In our family portrait we look pretty happy..

"In unserem Familienportrait sehen wir ziemlich glücklich aus - recht normal. In unserem Familienporträt sehen wir ziemlich glücklich aus. Lasst es uns vorgeben, es spielen - so dass es glaubwürdig ist."


 Heute möchte ich ein Thema ansprechen, was ich damals noch recht einfach gesehen habe. Meine Familie war nie die typische Scheidungsfamilie. Es gab keinen Streit, keine lautstarken, aggressiven Auseinandersetzungen vor uns Kindern. Meine Mutter entdeckte damals eine fremde Nummer, immer häufiger, auf der Anruferliste meines Vaters & wurde misstrauisch. Mein Vater hat meine Mutter nie betrogen, zumindest haben sie uns das gesagt, dennoch hatte er sichneu verliebt - in seine Jugendliebe. Meine Eltern sagten immer, beide, dass sie nicht schuld sei, sondern all die unausgesprochenen Probleme, die sich aufgestaut haben, die irgendwann alles zerstört haben. Als es in die Brüche ging war ich gerade 13 Jahre alt. Ich habe es gut verstanden & konnte deshalb auch relativ gut damit umgehen, dass meine Mutter und ich ausgezogen sind. Es war für mich anfangs schwer Petra, die neue Frau, an der Seite meines Vaters zu akzeptieren. Zuzulassen, dass ich sie kennenlerne. Aber irgendwann habe ich begriffen, dass nicht sie schuld war & eines habe ich gesehen: Sie macht ihn glücklich. Ich habe meinen Vater zuvor noch nie so glücklich gesehen. Nochdazu hat sie eine extrem angenehme, entspannte Art, die es mir bis heute leicht macht, sie an der Seite meines Vaters, als seine neue Ehefrau, zu akzeptieren & zu schätzen. Ich bin ihr dankbar dafür, dass sie sich nie ungefragt einmischt, uns aber dennoch immer , wenn auch still, zur Seite steht. SIe ist für mich auf keinen Fall eine "zweite" Mutter & ich empfinde den Begriff "Stiefmutter" als das unpassenste, was es  gibt. Schon allein deshalb, weil dieser Begriff durch Märchen und Filme einen so negativen Beigeschmack hat. Sie ist die Partnerin meines Vaters und für mich eine Art Freundin geworden. 
Es war jedoch auch schwer meine Mutter jahreslang allein zu sehen, wie sie sich nach Liebe, Zuneigung, Wertschätzung und all diesen Dingen sehnte. Irgendwann lernte sie ihren jetzigen Ehemann kennen, Klaus. Er ist immer gut zu ihr gewesen & unterstützt uns Kinder. Er macht sie glücklich und hat ihr ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wo ich lange keines sah. AUch wenn er immer mal wieder eine eigenartige Art an den Tag legt, so akzeptiere ich ihn an der Seite meiner Mutter, mittlerweile sogar als Ehemann. Er macht sie glücklich und das ist alles, was ich mir von einem Mann an ihrer Seite gewünscht habe. 
Meine Eltern haben mir & meinen Geschwistern damals versprochen, dass es nie einen Streit geben wird, dass es nie eine Auseinandersetzung geben wird, dass sie immernoch gemeinsam für uns da sein werden. Heute bin ich 21 und muss erkennen, dass dies leider nicht (mehr) funktioniert. Meine Eltern sprechen nicht mehr miteinander. Es gibt immernoch viele unausgesprochene Probleme zwischen ihnen - teilweise neue Probleme. Es wird einfach  nicht darüber geredet. Der Ton zwischen ihnen, ihre Haltungen, sind erschreckend. Und auch mir gegenüber fallen manchmal Äußerungen, bei denen ich mich frage, ob diese zwei sich je geliebt haben & warum es denn nun genau so sein muss. Denn auch wenn es eine ganze Weile her ist tut es verdammt weh dies zu erleben. Es reisst mir das Herz aus der Seele zu sehen, wie nun alles zerbricht. Oder schon zerbrochen ist. 
Noch dazu haben meine Geschwister Probleme mit meinen Eltern & untereinander. Meine Schwester traut sich nicht meinem Vater ins Gesicht zu sagen, was ihr Problem ist & tut sich schwer endlich diesen Schritt zu gehen. Und unser Vater, der wartet darauf. Mit unserer Mutter versteht sie sich bestens. Bei meinem Bruder ist es fast andersherum. Er meldet sich eher bei unserem Vater als bei unserer Mutter... Und ich bin die die dazwischen sitzt. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter & mittlerweile auch zu meinem Vater. Ich habe bei beiden gelebt, für einige Jahre, kenne ihre Stärken und Schwächen & weiß mittlerweile, dass beide immer ein offenes Ohr für mich haben, und immer da sind, wenn ich ihre Starken Schultern brauche. Auch mit meinen Geschwistern verstehe ich mich gut. Mit meiner Schwester habe ich zwar ein vertrauteres Verhältnis als mit meinem Bruder, aber dennoch würde ich beides als gut bezeichnen. Meine Familie ist für mich das wichtigste, was es gibt - mit den neuen Anhängen. Wir sind gewachsen: Mein Bruder hat bereits die zweite Frau (und oh wunder auch diese macht ihn glücklicher als die erste, mit der er aber wunderbare kinder hat) und meine Schwester hat mittlerweile 4 Kinder. Und dann eben die neuen Partner meiner Eltern, die auch Kinder, Eltern und und und haben. Wir sind gewachsen. AUch wenn sich meine Eltern getrennt haben, sind wir 5 für mich immernoch eine Familie. Und all die Anhänge sind eben nun dazu gekommen. SIe bereichern mein Leben ungemein.
Das einzige Problem, was ich habe ist, dass ich  mich oft wie der Prellbock für alle fühle. Mein Vatersagt mir,w as er von meiner Mutter hält & andersherum. meine Schwester klagt mit den Problemen mit meinem Vater  & meine Mutter lässt sich auch gern über die mit meinem Bruder aus. Es ist traurig für mich zu sehen, wie diese Familie zerbricht. Es ist traurig, dass genau dieses Versprechen, in meinen Augen, nicht gehalten wurde oder gehalten werden konnte. Und genau dieser Punkt zerreisst mir das Herz. Meine Mutter mag nichtmal mehr das Foto, welches ich eingefügt habe, sehen... Eigentlich ein sehr trauriger Fakt...

"Können wir nicht daran arbeiten? Können wir nicht eine Familie sein? "


"I don't want love to destroy me like it has done my family"