20. September 2017

Mein König.

"Einmal Hölle und zurück
Auf der Jagd nach schnellem Glück
Mein Herz zu oft verloren
War kaputt und fast erfror'n  "


Mein Superheld hat weder Cape, noch Anzug noch Superkräfte. Und doch ist er der größte Held für mich. Mein Vorbild, mein Beschützer, mein doppelter Boden, mein Fels in der Brandung, mein König - der Superheld ohne Cape. Und auch, wenn er nicht durch die Luft fliegen kann, keinen Laserblick hat, sich nicht Verwandeln kann oder alles erstarren lassen kann - hat er für mich jede Menge Superkräfte. Er kann mich zum Lächeln bringen - mit einem Blick, einer Geste, einer Umarmung. Er erkennt, wie ich mich fühle - ohne ein Wort. Er tut sein Bestes, damit ich das Beste habe & versucht mich auf meinem Weg in diese Welt zu unterstützen. Er kann fast alles handwerkliche, er kann kochen, tanzen, lachen, singen und grillen. Er hat die Kraft meinen Akku vollkommen aufzuladen, mir Sicherheit zu geben, mir aber auch meine Freiheit und Lebensfreude zu schenken. Er kämpft für mein Glück. Wenn es sein muss - allein. 

"Ich weiß: Keiner kennt mich so wie du
Meine Narben, meine Wut
Ich kann dich alles fragen & dir auch alles sagen
Und doch...
So viele Lieder schrieb ich dir
Doch keines klingt so schön wie wir
Manchmal hab ich so 'ne Angst, das mit uns hier zu verlieren"

Ich habe lange gekämpft um meine Abgründe zu verbergen. Ihm nicht zu zeigen, dass der Kummer und das Leid über mich hinein brachen und mich nach unten drückten. Und doch, hat er mich zum kämpfen bewegt. Mir mit Kleinigkeiten jedes Mal gezeigt, dass ich etwas Wert bin - dass ich mehr Wert bin als ich dachte, als mir meine Depression vorgaukeln wollte. Er war einer der Gründe, für mich, für dieses Leben zu kämpfen. Er zeigte mir einen Teil dieser Welt & seiner Welt. Ich habe gelernt ihm wieder so zu vertrauen, wie ich es als Kind tat. Blind. Und ohne Ängste. Er ist nun wie ein doppelter Boden für meine Seele. 

"Ich kann nur schwer allein sein,
Kann zynisch und gemein sein.
Manchmal tu ich mir selber weh:
Wenn die alten Wunden brennen
Und ich will einfach rennen.
Dann legst du deine Hände auf."

Er ist derjenige, auf dessen Einschätzungen, ich bauen kann. Neben denen meiner Mutter. Er erkennt, was jemand im Schilde führt, was hinter der Schale steckt. Was gut ist & was nicht. Auch das musste ich erst lernen. Heute weiß ich, dass jeder "Kämpfer" an meiner Seite, den er akzeptiert, dort den richtigen Platz hat. Er erkennt, wer die Richtige Begleitung für mein Leben ist. Wer mir helfen wird, dieses Leben zu meistern und zu lieben, wenn er mal nicht mehr ist. Doch ich hoffe, dass dieser Moment erst in einer sehr fernen Zukunft eintritt. Doch bis dahin sattelt er mit mir meine Armee, hilft uns zu schwimmen, zu schießen & Probleme zu lösen. 

"Egal was auch passiert, du steigst für mich in jeden Ring
Du tötest jeden Drachen und machst mich zur Königin
Und ich will nur,dass du weißt: ich bin immer da für dich"

Ja. Meine Armee. Denn er ist mein König. Er beschützt sein Königreich & hilft mir meines zu erbauen. Er gibt mir Stück für Stück ein wenig von seinem Königreich ab, zeigt mir, wie ich es schützen kann, vergrößern kann, wie ich dort lange & glücklich leben kann. Ich bin seine Prinzessin - doch irgendwann werde ich zur Königin werden & darauf bereitet er mich vor. Ich hoffe, dass ich ihm irgendwann einen Prinzen vorstelle, der sein Reich mit meinem verbindet & meinem König & Superhelden, die Zuversicht gibt, dass ich für immer glücklich und aufrecht stehend durch dieses Königreich gehen werde. Ich bin dankbar. Für alles, was er für mich gibt, was er für mich schafft.

Wer dieser Superheld & König ist? Mein Papa. 

Alles Gute zum Geburtstag. Ich kann heute leider nicht bei dir sein, aber du weißt, in Gedanken bin ich es - immer. Ich hab dich lieb.









11. September 2017

Zwei Mütter?

Hallo. Ich bin Anja, 25, Altenpflegerin, Scheidungskind, glücklich, Zwergkaninchenmami, Nesthäkchen, und ich habe sozusagen 2 Mütter.
Um von Anfang an alle Missverständnisse vorzubeugen: Ich bin nicht von zwei Müttern als Paar groß gezogen worden.
Als ich 12/13 Jahre alt war, wurde ich Scheidungskind. Meine Eltern trennten sich. Ich zog mit meiner leiblichen Mutter aus dem Haus in dem ich groß geworden bin. Im Haus blieb mein Vater und seine neue Partnerin zog mit ihrer Tochter ein. Anfangs fiel es mir schwer die "neue Frau" an Papas Seite zu akzeptieren. Schließlich wünscht man sich als Kind, dass die eigenen Eltern vereint bleiben, nicht getrennte Wege gehen, und die Worte Trennung und Scheidung nicht einmal in Anbetracht ziehen. Erschwerend kam für mich hinzu, dass mein Vater kurz nach der Scheidung "die Neue" auch noch heiratete. Ich glaube die Gesichter meiner Schwester und mir, als sie uns das sagten, werden sie auch nie vergessen. Ich denke, das ist vollkommen normal & ein Prozess, den jedes Kind durchlebt, dessen Eltern "plötzlich" neue Partner haben. Einige bleiben leider in diesem Zustand hängen und scheinen den neuen Partnern keine Chance zu geben. All jenen Rate ich: Lass es zu. Für eure Eltern. Bedenkt, dass eure Eltern prinzipiell 2 Dinge wollen: 1. Dass ihr als Kind glücklich, gesund, abgesichert und zufrieden seid.  und 2. wollen sie selbst glücklich sein, sich Träume erfüllen und gesund bleiben. Und dieser neue Partner bedeutet für euren Elternteil ganz besonders eines: Glück.
Ich bin eine von euch- ich weiß es ist schwer zu akzeptieren, dass die eigene Mutter den eigenen Vater - oder umgekehrt - nicht mehr glücklich macht. Schwer zu akzeptieren, dass die Liebe, von der man als Kind immer ein Idealbild hat, vergänglich ist - Aber diese "neue Person" kann euer Leben ebenso bereichern.
Meine Stiefmutter machte es mir immer einfach, sie an Papas Seite zu akzeptieren. Sie anzunehmen und zu schätzen. Es war von Anfang an erkennbar, dass sie meinen Vater glücklich macht. Und sie gab mir Zeit und Raum. Sie gab meinem Vater und mir die Zeit und zu sehen, Dinge zu unternehmen, Vater und Tochter zu sein und uns zu unterhalten. Sie mischt sich - bis heute - nie ungefragt ein, gibt aber Ratschläge, wenn man sie fragt. Sie hat ein offenes Ohr & ein reines Herz. Ich konnte sie Stück für Stück kennenlernen, ihr Fragen stellen und Dinge anvertrauen. Sie hat meinen Vater verändert - und vielleicht auch mich. Sie machte ihn zu einem glücklichen Mann. Er zeigt heute seine Emotionen, ist offener, verständnisvoller. Er hat stets offene Arme und Ohren für mich und sogar meine Freunde. Er erfüllt sich Wünsche wie das Reisen und Konzerte. Sie hat ihm geholfen, sich weiter zu entwickeln und dennoch er zu bleiben. Sie unterstützt ihn & mich. Und nach über 10 Jahren, gemeinsamen Urlauben mit meinem Vater, ihr und ihrer Tochter, kann ich sagen: Ich habe eine Art Mutterfigur  dazu gewonnen.
Natürlich kann sie meine eigene Mutter nie ersetzen oder in den Schatten stellen. Dafür habe ich ein viel zu liebesvolles, inniges und vertrauensvolles Verhältnis zu meiner Mutter. Aber wenn ein Fremder meine Stiefmutter - unwissender Weise - als meine Mutter bezeichnet, dann kann ich es für mich annehmen - und protesteiere weder innerlich noch äußerlich. Sie ist mehr als "nur" die Partnerin meines Vaters - und dafür bin ich ihr dankbar. Dankbar, dass sie mich als Kind meines Vaters angenommen hat, sich nie ungefragt einmischte und dennoch stets zu uns steht. Danke, P.. Du machst das Wunderbar.

7. September 2017

Der schwarze Hund war wieder da....

"Der schwarze Hund war wieder da" -  ein Satz, den viele nicht verstehen. Ein Satz, der anderen, alles sagt - sie eventuell verunsichert oder besorgt stimmt.  (An dieser Stelle möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. )

Der schwarze Hund. Ein Synonym, eine Metapher für Depressionen. Für das beklemmende Gefühl in der Brust. Die schwarze, dunkle Wolke, die alles bedeckt. Die über den Gefühlen hängt. Der schwarze Hund, der einen verfolgt, einem zuzwinkert und vertrauensvoll ruft: Dein Leben ist sinnlos. Du bist sinnlos. Alles ist Sinnlos. Ein Hund, der ein treuer Begleiter ist, der dir aber jede Kraft nimmt. Kraft zum aufstehen, Kraft zum Gehen, Kraft zum Fühlen. Sogar die Kraft Glück zu empfinden. Ein Hund der nicht nach draußen will. Er will in der Wohnung bleiben... Gassi gehen, Gesellschaft, andere Menschen, all das findet dieser schwarze Hund schrecklich.

Vor kurzem sagte jemand zu mir, dass er sich Depressionen so gar nicht vorstellen kann. Das er nicht versteht, wie man alles ohne Sinn empfinden kann - ganz besonders das Leben. Und ich sagte ihm, was ich jedem anderen auch sagen würde: "Sei froh." . Wirklich. Seid froh, wenn ihr nicht nachvollziehen könnt, was da passiert - wie man so denken kann. Seid froh, dass ihr euch nicht mit eurem Tod beschäftigt habt. Nicht mit dem wann, wie, wo... Ich sagte ihm, außerdem, dass es wie eine graue Wolke ist, die alles überdeckt und einen keine positiven Gefühle empfinden lässt. Eigentlich wollte ich nie wirklich tot sein, dass kann ich so im nachhinein reflektieren. Ich wollte einfach nur, dass diese Sinnlosigkeit ein Ende hat. Ich wollte, dass ich wieder einen Sinn im Leben sehe. - Glück und Freude zu empfinden, das sind Dinge, die ich noch immer schätze.

Und dennoch versucht diese Wolke mich hin und wieder in den Bann zu ziehen. Mein Leben mit Dunkelheit zu bedecken. Mir zu zeigen, wie negativ alles ist. Manchmal merke ich das nicht sofort... Doch spätestens wenn andere bemerken, dass ich schlecht gelaunt bin & ich nicht weiß warum, dann weiß ich es. Dann merke ich es. Dann sehe ich die Wolke. Und was ich dann tu? Ich gebe mich ihr ganz kurz hin. Lasse die negativen Gefühle zu. Und gleichzeitig höre ich in mich hinein. Ich höre mein Herz, spüre das Blut in meinen Adern und atme ein und aus. Da ist Leben in mir - sehr viel. Und dieses Leben hat einen Sinn. Ich habe Ziele. Ich habe einen Überlebenswillen. Ich habe Wünsche, Träume und Freude in mir. Und spätestens wenn ich diese Dinge erkenne, zeige ich der dunklen Wolke den Mittelfinger & gehe mit dem Gedanken, dass morgen ein besserer Tag wird, schlafen.

Ich bin dankbar. Dankbar für meine Stärke. Dankbar, dass ich mich selbst reflektieren kann. Dankbar, dass ich die Wolke mittlerweile erkenne und verscheuchen kann. Dankbar, für die Sonne in mir.

Schwarzer Hund - Du kriegst mich nicht nochmal.

23. August 2017

Ich möchte...

Jemanden, der mit mir einen 5 Sterne Urlaub bucht, 
aber auch beim Campen mit mir glücklich ist. 

Jemanden, mit dem ich planen, 
aber auch spontan sein kann. 

Jemanden, der handwerklich begabt ist, 
aber auch im Haushalt fähig ist. 

Jemanden, der mein Fels in der Brandung 
aber auch gefühlvoll ist. 

Jemanden, der weiß, was er will, 
aber auch an meine Wünsche denkt. 

Jemanden, der mich an seinem Leben teilhaben lässt, 
aber trotzdem geheimnisvoll ist.

Jemanden, der am liebsten jede freie Minute mit mir verbringen will, 
aber mir auch meine Freiheit lässt. 

Jemanden, der kochen kann, 
aber mich auch an den Herd lässt.

Jemanden, der mich ich sein lässt,
aber mir auch seine ehrliche Meinung sagt. 

Jemanden, der meine Stärken kennt, 
aber auch meine Schwächen schätzt. 

Jemanden, bei dem ich  meinen Akku aufladen kann, 
aber dem ich auch helfen kann, selbst stark zu sein. 

Jemanden, der verrückt, 
aber auch ruhig ist.

Jemanden, der die Natur einatmet, erlebt und genießt, 
aber auch einen Tag auf dem Sofa verbringen kann. 

Jemanden, der mir Blumen mitbringt, 
aber nicht (nur) dann, wenn ich damit rechne. 


Und eigentlich, ganz eigentlich,  möchte ich nur jemanden, der mich liebt, treu und ehrlich ist....


7. August 2017

Auf der Suche nach dem Glück..


Fragt man Menschen, was sie sich wünschen, dann läuft am Ende Alles auf dieses kleine Wort aus: Glück. - Aber, was ist Glück überhaupt? Ist es der Moment, in dem er am Traualter "Ja" sagt? Der Moment, in dem du zum aller ersten Mal "das Land deiner Träume" betrittst? Der Moment, wenn der Großvater ein weiteres Jahr geschafft hat und noch seine Urenkel erlebt? Ist Glück dieser Moment, in dem ich hier sitze, ein paar Zeilen auf's Papier bringe und dabei die Natur um mich herum genieße? Ist Glück, die Millionen auf dem Konto zu haben? Schließlich sagt man: "Geld macht glücklich". Oder ist Glück, wenn du rechtzeitig von deinem Smartphone nach oben blickst und so der heranrollenden Straßenbahn ausweichst? Ist es Glück, wenn dich eine Frau küsst und es in deinem ganzen Körper kribbelt?
Kann man glücklich sein? Dauerhaft? Und allein? Ist Glück nur ein Moment? Eine Sekunde? Oder besteht das Glück an sich darin mit sich selbst im Reinen zu sein? Sich selbst zu ertragen, zu stützen, zu reflektieren und nachts um halb 3 zu beruhigen, wenn die Monster der Dunkelheit sich auf einen schmeißen? Vielleicht ist das Glück auch einfach zu leben!? All diese Dinge - die guten und schlechten - zu erleben. Die Luft zu atmen, die Sonne, das Wasser, den Wind und den Boden unter sich zu fühlen. 
Ich glaube: Glück ist individuell - für jeden von uns. Nur wir allein wissen, was uns glücklich macht - und trotzdem wissen wir es manchmal erst, wenn wir dem Glück begegnen.
Für mich ist das Glück nichts greifbares, etwas schwer definierbares. Meist ist es ein Gefühl (in einem Moment), dass mich vollkommen erfüllt, zufrieden stellt, positiv nachhallt, mich Freiheit fühlen lässt und jedes negative Gefühl ertragbarer macht. 

Ob ich glücklich bin? -  Ja
Gänzlich? - Wer kann das schon wissen?
Ich fühle mich gut - gut, mit mir, Meiner selbst und meinem Leben. Und das habe ich besonders einer Person zu verdanken: Dieser einen Person, die immer für mich kämpft, bedingungslos, seit meinem ersten Moment auf dieser Welt. Ihr wollt wissen wer das ist?  - Ich. 
I don't know if you know who you are, until you lose who you are.

23. Juli 2017

Die Route wird neu berechnet..

 Und plötzlich stehst du da. Du hast dir das alles so einfach vorgestellt. Den Entschluss gefasst - Dich getrennt, weil es dir richtig erschien. Weil es eine Entscheidung von Kopf, Bauch und Herz war - aber vor allem: deiner Intuition. Und auf die konntest du dich bisher immer verlassen. Doch dann folgte die Leere. Du füllst sie mit Aufgaben: Umräumen, Aufräumen, Umgestalten, Möbel Rücken, Planung einer Renovierung. Und dann kommst du nicht weiter. Du fühlst dich leer und doch so voller Gedanken. Du liegst gefühlt für eine Woche nur auf deiner Couch und lässt deine Gedanken kreisen, eher unterbewusst, als bewusst. Aber du weißt: Du brauchst diese Ruhe: jetzt - hier - und ohne Kompromisse. Menschen und Konversationen versuchst du aus dem Weg zu gehen. Zu viel ist innerlich in dir Aufgewühlt. Eigentlich ist es dein Unterbewusstsein, welches die Entscheidung trifft. Langsam, Schritt für Schritt kommst du wieder zu dir. Zwingst dich zu menschlichen Interaktionen. Du springst über deinen Schatten, triffst dich mit Freunden, Bekannten und jenen, die es werden wollen. Und dennoch ist in deinem Kopf diese Unruhe, die dich doch gleichzeitig so beruhigt. Du hast einen neuen Weg eingeschlagen und weißt, dass die Veränderung richtig war. "Und nun?", denkst du. Was willst du denn nun? Möchtest du erst einmal allein bleiben? Möchtest du vorerst alles belassen, wie es ist? Wie stellst du dir nun deine Zukunft vor? Was ist mit deinen alten Plänen? Gelten die noch? Du schiebst, planst und überlegst. Und dennoch kommst du dir planlos vor. Als wärst du aus der Bahn geworfen worden. Irgendwo zwischen Wünschen, Gedanken, Träumen und deiner Löffelliste versuchst du dich zu ordnen. Erkennst, was du noch klären willst, bevor es zu spät ist - oder dich gar aufhält. Du erkennst, dass gerade alles im Wandel ist, dass der Kompass sich wild dreht und dein inneres Navigationsgerät schreit. Es schreit dir in die Ohren: " Die Route wird neu berechnet!"
Du hältst kurz inne und beschließt dir die Zeit zu geben, dich wieder zu finden - vielleicht auch neu zu erfinden: Altes abzuhaken, neue Routen zu berechnen und dein Herz in Airbacks einzubetten.




Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die zu mir stehen. Die mir Kraft und Halt geben. Die Vertrauen und Verzeihen. Die mir helfen diese neue Route zu finden, eventuell nochmal zu ändern und genau zu durchdenken. Die mir helfen die alten Karten hinter mir zu lassen & das schlechte auszusortieren. Die mich ablenken, die dich mich aufwecken. und mein Herz beschützen. Danke.

22. Juli 2017









19. April 2017

Also habe ich mich verändert. . .

Manchmal.... Da frage ich mich, wie ich es überhaupt geschafft habe aus diesem Loch zu kriechen. Was ich getan habe, um zu mir zu finden, oder ein Stück mehr zu  mir zu finden. Um das Positive zu sehen... Und nicht mehr nur den Abgrund. Schließlich habe ich diesen Abgrund nicht nur gesehen. Ich habe ihn gespürt... Gefühlt, wie er mich immer weiter in die Tiefe zieht... Und mir diese Dunkelheit immer wieder begreiflich machte, dass es keinen Ausweg gibt. 

Vorweg: Den Abgrund sehe ich noch oft genug. Das muss ich (leider) ganz genau so sagen. Ich habe nur gelernt Abstand von ihm zu halten. Und mich festzuhalten, bevor ich auch nur ein Stück hinein rutsche. Ich habe gelernt auf mein innerstes zu hören und nicht auf die verführerische Stimme des Negativen....

"Tatsächlich wachte ich eines Tages auf und entschied, dass ich mich nicht mehr so fühlen wollte, oder jemals wieder. Also habe ich mich verändert. Ungefähr so."

Und so ähnlich war es....   Es gab für mich persönlich  mehrere Schlüsselmomente, so würde ich sie zumindest nennen. Einen davon hatte ich als ich, als Beifahrerin, mit 100km/h innerorts auf eine Kreuzung zu raste. Ich sah mich schon in den entgegenkommenden Fahrzeugen, in der nächsten Hauswand, in einer Mauer. Und in genau diesem Moment sagte ich zum Fahrer etwas, was mir bis dahin gar nicht bewusst war: Etwas, was ich in all dem Dunkel um mich herum, vergessen hatte: "Würdest du bitte bremsen? Ich möchte gern noch weiter leben!"  Der Fahrer bremste und wir schafften es sicher um die Kurve. Ohne Zwischenfall. Ohne Knall. Ohne zu sterben oder uns zu verletzten. Doch genau in diesem Moment realisierte ich, dass er Tod, der mir zuvor noch so nah war, doch eigentlich so fern war. Ich habe Pläne - große Pläne. Doch was nutzen diese, wenn ich doch sterbe? Ich realisierte, langsam, über mehrere Tage, dass ich eigentlich nie sterben wollte. Ich wollte nur einfach dieses Sinnlosigkeit und Traurigkeit verlieren. Ich wollte wieder ins Licht treten. Wieder zu mir finden - zu meinem wirklichen Ich. 

Das klingt einfach - zu einfach. Doch genau das, war es nicht. Ich bin anfangs zu einem Psychologen gegangen. Leider brachten mir diese Gespräche eher wenig. Doch er gab mir vor allem eines mit auf den Weg: Das ich mein Selbstbewusstsein stärken muss. Und auch das, ist leichter gesagt, als getan. 

Ich begann ab diesem Moment vor allem eines: Ich zwang mich zu leben! Ich begann mich auszuprobieren. Dinge zu erleben. Ich ging feiern, weil ich mich erinnerte, dass mir die Bewegung zur Musik gut tut. Und ich merkte, dass mir Gesellschaft gut tut.
Ich schaffte mir einen kleinen felligen Freund an. Socke. - den flauschigsten Kaninchenmann der Welt. Und bis heute, beruhigt es mich, wenn ich ihm zu sehe oder ihn streichel. Es ist einfach schön, diesen treuen Freund zu haben, dem man alles anvertrauen kann. 


Sehr viel halfen mir auch Spaziergänge und der Gang in die Natur. Ich begann die Natur, zum ersten Mal in meinem Leben, aktiv einzuatmen, Düfte, Geräusche, Gefühle ... in mich aufzusaugen, zu spüren, zu genießen. Wir Menschen kommen nicht aus Häusern. Das wissen wir wohl alle. Aber wir haben viel zu sehr verlernt uns in der freien Natur zu "erden". Uns selbst wieder mit uns und der Natur (in uns) in Einklang zu bringen. Ich habe es gelernt. Ich erinnere mich immer wieder daran, dies bewusst zu erleben. Ich nehme mir die Zeit für mich und mein innerstes. Besonders gut klappt dies auch, wenn ich in einer, mit warmen Wasser gefüllten, Wanne abtauche. Ich halte die Luft an und spüre meinen Herzschlag, Außer mir und meinem Sein gibt es in diesem kurzen Moment nichts. Mir helfen diese "Erdungen" mich zu beruhigen und mich zu orientieren, in meinem eigenen Chaos. 

Ich habe gelernt Menschen gehen zu lassen und nicht fest zu halten. Ich habe gelernt auf mein Innerstes zu hören. Auch wenn ich dies ab und zu vergesse... Und dennoch komme ich immer wieder dazu zurück. Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, dass ich noch viele Pläne habe. Aber das wichtigste ist: 


Ich weiß, dass ich leben will. 

6. März 2017

Hallo du....

  

Ich hoffe, dass du das hier liest. Ich weiß, früher hast du hier regelmäßig rein geschaut. Du warst einer der wenigen, die hiervon wussten. Du warst einer derer, denen ich meine Abgründe anvertraute. Dem ich beichtete, was in meinem Kopf vorgeht. Der mir immer und immer wieder Mut machte. Der mir mit kleinen Aufmerksamkeiten, wie Motivationszeichnungen, den Tag erhellte und mir half nach vorn zu schauen. Derjenige, bei dem ich mich nie verstellen musste. Bei dem ich nie perfekt sein musste. Derjenige, dem ich mich ohne Probleme ungeschminkt zeigte. Und das war zu der Zeit wirklich nicht mein Ding. Schließlich habe ich mich damals selbst kaum ertragen. Das fällt mir heute noch manchmal schwer... Du warst einer derer, der einen wesentlichen Teil dazu beitrug, dass es mir besser ging.... Dass ich begann zu kämpfen. Um mich. Um mein Leben. Auch du hast diesen Überlebenswillen in mir geweckt. Mir gezeigt, was Freundschaft heißen kann. Wir hatten viele schöne Momente. Du hast mich zum Lächeln gebracht. Zu einem ehrlichen Lächeln.


Irgenwann... Kam der Punkt, an dem wir verloren gingen. An dem ich mich aus unserer Freundschaft zurück zog. Ich kann dir bis heute nicht sagen wieso. Und dennoch warst du einfach da. Du hast es hingenommen. Mich aufgefangen. Immer ein offenes Ohr gehabt.Dafür möchte ich dir danken. Für all die Zeit, all die Momente... All die Kleinigkeiten zwischen uns, die mich belebten:

Ich danke für so manche schöne Pausenzeit. 
Ich danke für deine aufmunternden Worte. 
Ich danke für die fast täglichen Cam-Übertragungen.

Ich danke für dein Vertrauen.

Ich danke für deine Freundschaft.
Ich danke dir für einige Konzerte. 
Ich danke dir für eine Nacht mit 248km.
Ich danke dir für deine ehrlichen Worte.
Ich danke dir für den Anruf aus Mag-de-burg! 
Ich danke dir für den Abend in Freiberg. 
Ich danke dir für's "Ich hab dich lieb & will nur, dass du glücklich bist."
Ich danke dir für's hinnehmen meiner verschobenen Art.
Ich danke dir für alles. 

Du fehlst mir. Du und deine Art. Ich würde gern die Zeit zurück drehen & dir öfter schreiben. Mich mehr melden. Mehr dafür tun, dass Du und Ich nicht verloren gehen. Ich werde dich nie vergessen... 

Meine Tür steht immer einen Spalt für dich offen. Du kannst jeder Zeit eintreten. Immer.

Bis Dahin.  (h5) 
Anja 



19. Februar 2017

Neuanfang.

Na? Kennt ihr mich noch? Ich bin's - Anja.
So richtig weiß ich gar nicht, was ich nach so langer Zeit hier schreiben soll. Fakt ist: Ich möchte wieder aktiver auf diesem Blog sein. Ich habe nun seit einigen Wochen darüber nachgedacht und nun geht's los!
In den letzten Wochen und Monaten hat sich vieles verändert - Ich habe mich verändert. Ich habe vieles dazu gelernt - über mich & das Leben. Aber ich bin immer noch Anja. Stärker als jemals zuvor. Selbstsicherer als früher. Mein Leben ist bunt. Und deshalb möchte ich es mit euch hier teilen. Und zwar genau hier.
Ich habe auch darüber nachgedacht, ob ich einen neuen Blog starte - mit neuem Namen, neuen Inhalten,.... Oder ob ich die alten Beiträge einfach löschen werde. Ich habe mich dazu entschieden diesen Blog zu behalten, weiter zu führen und nichts zu löschen. In  all der Zeit, in der es diesen Blog gibt, habe ich nicht nur einige Stunden hier rein gesteckt, sondern auch jede Menge Emotionen. Ich habe mit euch meine tiefsten Abgründe geteilt, weil es mir gut tat, weil ich es brauchte. Es musste einfach raus. Leider hat mir das jemand für eine lange Zeit sehr versaut - ich denke, dass man merkt ab welchem Eintrag ich einfach weniger geschrieben habe. Tja. Ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Dafür aber jede Menge dazu gelernt. Ganz besonders eins: Der Umgang mit mir selbst und meinen Gedanken. Und genau das ist der Grund, warum ich nicht einen Eintrag löschen werde. Ich möchte all jenen, denen es einmal im Leben schlecht geht - die nur einen Schritt vom Abgrund entfernt sind - zeigen, dass es besser werden kann. Man benötigt dafür nur eines: Überlebenswillen. Und glaubt mir eines: davon steckt jede Menge in uns.

Ich freue mich darauf... Meine Gedanken, Ideen, Emotionen - mein Leben - wieder ein Stück weit zu teilen.