28. Dezember 2017

Genug

Genug. Für dich? Für mich? Für uns? Bin ich gut genug als Tochter? Als Freundin? Als Partnerin? Als Kaninchen-Mama? Bin ich genug in meinem Job? Bin ich gut genug im Kochen? Im Putzen? Im führen eines Haushalts? Bin ich gut, in dem, von dem ich denke gut zu sein? Bin ich groß genug? Schön genug? Alt oder Jung genug? Bin ich aufrichtig genug? Bin ich offen genug? Bin ich intelligent genug? Bin ich gut genug?  Auch wenn ich schief singe? Auch wenn ich das Gitarre spielen aufgegeben habe? Auch wenn ich Plus-Size-Mode trage? Auch wenn ich nicht studiert habe? Auch wenn ich versage? Wenn ich Schwäche zeige? Wenn ich mal nicht die starke junge Frau bin, die ich immer vorgebe zu sein? Auch wenn ich mich nicht schminke? Genug - auch als Chaotin? Gut genug mit Sommersprossen? Auch wenn meine Haare schulterlang sind? Wenn ich keinen flachen Bauch habe? Auch wenn ich meine Nägel abkaue? Wenn ich Piercings trage? Wenn ich irgendwann ein Tattoo stechen lasse? Bin ich es auch dann, wenn ich mir ständig Gedanken mache? Bin ich gut genug darin den schwarzen Hund zu verjagen? Habe ich genug Zeit? Genügen meine Worte und meine Taten? Werde ich gut genug als Ehefrau sein? Als Mutter? Als Großmutter? Werde ich gut genug darin sein anderen etwas zu erklären? Werde ich gut genug sein zu halten und zu schützen, was mir lieb ist? Werde ich gut darin sein zu trösten? Werde ich gut genug darin sein, ein Lächeln dort zu Zaubern, wo vorher keines war? Werde ich gut genug sein um mir meine Träume zu erfüllen? Bin ich gut genug für Gott? Für das Schicksal? Für mein Schicksal? Bin  ich glücklich genug? Bin ich zufrieden genug? Bin ich gut genug? Bin ich es?



Bin ich genug für dieses Leben?


24. Dezember 2017

Jahresrückblick 2017

Das Jahr ist fast vorbei und es wird Zeit zurück zu blicken. Auch wenn man es nicht plant, so macht man es automatisch, sobald sich das Jahr dem Ende zuneigt.

Das Jahr 2017, und das wusste ich irgendwie schon vorher, hielt viele Dinge für mich bereit - ganz besonders Entscheidungen und Veränderungen, die sich als sehr wichtig und richtig herausstellten. Ich kann mich erinnern, dass ich kurz vor meinem 25. Geburtstag, und der ist ja so ziemlich am Anfang des Jahres gewesen, sagte: "Ich habe das Gefühl, dass mein 25. Jahr ziemlich viel für mich bereit hält und sich einiges verändern wird." Über diese Veränderungen habe ich hier teilweise berichtet und möchte sie eigentlich nicht alle nochmal groß hervor heben. Ich bin froh darüber und bereue nicht einen Schritt aus diesem Jahr. Und deshalb ist es nun an der Zeit dankbar zu sein. Denn (und das habe ich auch dieses Jahr wieder einmal gelernt..) Danke zu sagen ist wichtig.

Zuerst möchte ich mich für den großartigen Sex bedanken, den ich dieses Jahr hatte. Ich hoffe, dass ich diesen auch in den nächsten Jahren noch haben werde! (Ja, das musste hier hin..)

Ich möchte mich bei all denjenigen bedanken, die mir immer und immer wieder in schweren Situationen bei gestanden haben und immer noch beistehen. Ich danke für eure Worte, eure Offenheit und eure Ehrlichkeit.

Ich möchte mich für so manches Gespräch bedanken, dass ich führte. Danke für Anregungen, Anmerkungen, Ideen, Inspirationen und Ratschläge. Vieles hat sich erst dadurch entwickelt, offenbart oder wurde angeregt.

Ich möchte mich ebenfalls für all jene bedanken, die mir mit dem schwarzen Hund helfen: Die helfen ihn fern zu halten, abzulenken, seine Anwesenheit zu überstehen und ihn wieder zu verjagen.

Ich möchte mich für diesen großartigen Sommer mit den vielen wunderbaren Erinnerungen bedanken.. Ich hatte lange keinen so schönen, abenteuerlichen und abwechslungsreichen Sommer, wie den letzten.

Ich möchte mich bei meinem Exfreund bedanken, für die schöne Zeit, die wir hatten und dass er mich los gelassen hat. Ich weiß, das war auch für dich nicht einfach.

Ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und meiner Chefin bedanken, da das Arbeiten mit ihnen noch viel mehr Spaß macht.

Ich möchte mich beim Schicksal dafür bedanken, dass ich  nach 22 Jahren meine Kindergartenfreundin wieder in den Arm nehmen durfte. Darauf habe ich verdammt lang' gewartet und somit hat sich für mich ein Traum erfüllt.

Ich möchte mich bei den Menschen bedanken, die mir immer wieder auf's neue zeigen, was Freundschaft bedeutet. Die um mich kämpfen, die mir helfen glücklich zu sein und die erkennen, wenn es mir nicht gut geht. Die wissen, was zu tun ist, um mich aufzuheitern und die meinen Weg begleiten.

Ich möchte mich bei meinen Eltern und Geschwistern bedanken, ganz speziell bei ihnen, weil sie mein Zufluchtsort und Anker sind und in jeder Situation zu mir stehen.

Ich möchte mich auch schon jetzt bei all jenen bedanken, die dieses Weihnachtsfest zu etwas besonderem machen (werden). Bereits in der Adventszeit habe ich sehr viel Liebe, Zusammenhalt und Glück erfahren..

Ich möchte mich bei dem Mann bedanken, der mein Glück um einiges steigert, meine Narben auf dem Herzen heilen lässt, immer ehrlich zu mir ist und ... einfach wunderbar ist. Danke für dein Vertrauen und deine Zeit. Einfach Danke.

Zu guter Letzt möchte ich mich bei  mir selbst bedanken. Für meine Stärke, meine Offenheit, meine Ehrlichkeit und meinen Kampfgeist. Ich bin stolz auf mich.


19. November 2017

Meine beste Freundin..

Meine beste Freundin kenne ich seit vielen Jahren. Sie hat sich in mein Leben geschlichen und wir haben so viele Dinge erlebt. Wir waren noch halbe Kinder als wir uns kennenlernten und nun sind wir.... erwachsen !? Sie ist wunderschön. Ein Mensch, wie kein anderer. Sie steht an meiner Seite und ist jeder Zeit bereit für mich Mauern nieder zu reißen. Sie hat mich schon mehrmals wahnsinnig überrascht. Mit Menschen, mit Gesten und Momenten. Es gibt so viele Erinnerungen an sie und unsere gemeinsame Zeit. Wir haben so viele Erfahrungen gesammelt, mit der jeweils anderen an unserer Seite. Und es gibt noch ein paar, die ich gern mit ihr Teilen möchte. Sie kennt mich besser als ich mich selbst. Heute hat sie Geburtstag. Ich hab diesen Tag noch nie vergessen. Sie vergisst meinen fast immer. Und trotzdem liebe ich sie. Weil es wichtigeres gibt. Weil sie für mich ein Cape an hat. Vielleicht haben wir nicht mehr so viel Kontakt wie früher. Aber wir wissen, dass wir aufeinander zählen können. Wir wissen, bei der anderen haben wir einen sicheren Platz. Einen Platz ohne Vorurteile und ohne Angst. Vertrauen und zwei offene Arme... "Still - Immer noch" steht auf der Seite des Fotoalbum. Und immer noch sind wir miteinander verbunden. So verbunden, dass sie nach zwei Sätzen hört wie es mir geht. . . Ich danke. Für so viele Jahre. Dafür, dass du mich immer wieder daran erinnerst, wer ich bin. Dein MMV. Und mit dir werde ich immer ein wenig "Jugend" in meinem Herzen behalten.

Hier noch ein Paar Insider für sie: Schokomilch und Kekse! E3, Erst gucken ob jemand guckt und dann rein stecken! Aua! Mir tun meine imaginären Eier weh. Obstig. Muh-Kuh-Yoda! Pilgerjagd. 

18. November 2017

Im Inneren


Ein Schweben zwischen Hoffnung, Liebestaumel, Zweifeln und Angst.
Ein Gefühl zwischen Neuanfang, Neuorientierung und Sesshaftigkeit.
Gedanklich zwischen möglichen Zukunftsplänen und dem großen Zögern .
Gespalten zwischen beständiger Konstanz und stetiger Veränderung.

Glücklich in Gesellschaft und doch viel zu gern allein.
Muss man erst alles Hinterfragen um dann doch sicher zu sein?
Fühle mich taumelnd wie Kind, das gerade seine ersten Schritte geht
und doch so selbstsicher wie ein Krieger, der in die Schlacht zieht.
Meine Selbstzweifel und mein Selbstbewusstsein auf dem Weg zur Kollision,
unaufhaltbar wie zwei Protonen im Teilchenbeschleuniger von CERN .
Teilweise erfroren im Gedanken, sie könnten miteinander verschmelzen.
Seh' ich den schwarzen Hund in weiter Ferne winken und doch wirkt er so nah.
Als wäre er gleichzeitig direkt an meiner Seite und Kilometerweit entfernt.
Sein Schatten oft Spürbar und doch steh ich in vollem Licht.
Meine Augen sind geschlossen, aber niemand, der mich führt.
Kann mir nur schwer selbst vertrauen, die Augen öffnen, will ich nicht.

Sag mir selbst: "Der Weg ist das Ziel", doch sicher bin ich nicht.
Also wandel' ich weiter umher zwischen Schatten und Licht, Regenbogen und Sturm.
In der Hoffnung, dass meine Seele nicht nochmal zerbricht.

12. November 2017

An die Frau, die mich immer kritisiert..

Hallo,


Hallo du, mich immer wieder kritisierende Frau, die mir immer wieder, mit ihren Blicken, Äußerungen und Lauten, zeigt, dass sie wenig von mir hält. Die mir offen zeigt, dass sie von meiner Art zu leben und zu lieben nicht überzeugt ist. Die mir immer wieder klar macht, dass ich ständig und immer etwas falsch machen würde. 
Eigentlich wollte ich mit einer Reihe von Entschuldigungen beginnen. Aber weißt du was? Als ich darüber nachgedacht habe & mich damit befasst habe, was ich doch alles aus deiner Sicht falsch mache, wurde mir klar: Ich möchte mich gar nicht entschuldigen. Denn tief im Inneren tut es mir nicht im Ansatz leid. 
Ich möchte mich nicht dafür entschuldigen, dass ich manchmal immer noch leichtfüßig durchs Leben tanze. Denn es tut mir gut Leichtigkeit in mir zu spüren und sie nach Außen zu tragen. 
Ich möchte mich nicht dafür entschuldigen, dass ich mit Mitte 20 noch keine Kinder habe & auch noch nicht verheiratet bin. Im Gegenteil: Ich hätte dieser Aufgabe bisher einfach nicht gerecht werden können. Ich hatte viel zu viele Ängste, Zweifel und Bedenken zu mir selbst - wie hätte ich da einen Mann ganz und gar glücklich machen können oder Kinder zu selbstständigen, ehrlichen, lebensfrohen Menschen erziehen sollen?
Ich möchte mich nicht dafür entschuldigen, dass ich eine unendliche Hoffnung und einen Glauben an das Gute im Menschen habe. Denn ohne Hoffnung würde ich heute nicht stehen, wo ich stehe. Hätte ich nicht die Hoffnung gehabt, dass ich es schaffen werde, mein Leben wieder als Lebenswert und Bedeutsam zu sehen, dann wäre ich vermutlich nicht mehr hier. An meiner Stelle wäre eine Lücke auf dem Familienfoto. 
Ich möchte mich nicht dafür entschuldigen, dass ich Kleinigkeiten im Leben schätze & dies auch nach Außen hin zeige. Ich schätze es noch, wenn ein Marienkäfer vor mir an einer Wand hoch klettert. Ich genieße den Augenblick, wenn die Sonne in meiner Nase kitzelt. Und ich mag es mich selbst immer wieder an die Guten Dinge zu erinnern. Deshalb erzähle ich auch davon. 
Ich möchte mich auch nicht dafür entschuldigen, dass ich das Leben mit einer großen Portion Humor nehme. Anders könnte man all die Idiotie, all den Stumpfsinn, all den Hass, all die Probleme, all das Leid und all die kleinen Sorgen nicht ertragen. 
Ich möchte mich ebenfalls nicht dafür entschuldigen, dass ich immer versuche das Positive in einer Situation zu finden. Ein wenig Optimismus schafft mir jeden Tag ein bisschen Glück. Denn das eigene Glück beginnt in einem Selbst. Durch all das Positive, dass ich aus den Ereignissen ziehe, wird es für mich erst Lebenswert und Wunderschön. 

Vielleicht siehst du einige Dinge auch ganz genauso und lebst sie nur anders. Vielleicht bist du manchmal auch ein wenig neidisch. Vermutlich denkst du, dass dein Weg der einzig Richtige ist. Und das ist er vermutlich auch: Für dich. Aber nicht für mich. Mein Weg ist ein anderen & damit musst du dich arrangieren. 

Bis Bald.
Anja.