11. September 2017

Zwei Mütter?

Hallo. Ich bin Anja, 25, Altenpflegerin, Scheidungskind, glücklich, Zwergkaninchenmami, Nesthäkchen, und ich habe sozusagen 2 Mütter.
Um von Anfang an alle Missverständnisse vorzubeugen: Ich bin nicht von zwei Müttern als Paar groß gezogen worden.
Als ich 12/13 Jahre alt war, wurde ich Scheidungskind. Meine Eltern trennten sich. Ich zog mit meiner leiblichen Mutter aus dem Haus in dem ich groß geworden bin. Im Haus blieb mein Vater und seine neue Partnerin zog mit ihrer Tochter ein. Anfangs fiel es mir schwer die "neue Frau" an Papas Seite zu akzeptieren. Schließlich wünscht man sich als Kind, dass die eigenen Eltern vereint bleiben, nicht getrennte Wege gehen, und die Worte Trennung und Scheidung nicht einmal in Anbetracht ziehen. Erschwerend kam für mich hinzu, dass mein Vater kurz nach der Scheidung "die Neue" auch noch heiratete. Ich glaube die Gesichter meiner Schwester und mir, als sie uns das sagten, werden sie auch nie vergessen. Ich denke, das ist vollkommen normal & ein Prozess, den jedes Kind durchlebt, dessen Eltern "plötzlich" neue Partner haben. Einige bleiben leider in diesem Zustand hängen und scheinen den neuen Partnern keine Chance zu geben. All jenen Rate ich: Lass es zu. Für eure Eltern. Bedenkt, dass eure Eltern prinzipiell 2 Dinge wollen: 1. Dass ihr als Kind glücklich, gesund, abgesichert und zufrieden seid.  und 2. wollen sie selbst glücklich sein, sich Träume erfüllen und gesund bleiben. Und dieser neue Partner bedeutet für euren Elternteil ganz besonders eines: Glück.
Ich bin eine von euch- ich weiß es ist schwer zu akzeptieren, dass die eigene Mutter den eigenen Vater - oder umgekehrt - nicht mehr glücklich macht. Schwer zu akzeptieren, dass die Liebe, von der man als Kind immer ein Idealbild hat, vergänglich ist - Aber diese "neue Person" kann euer Leben ebenso bereichern.
Meine Stiefmutter machte es mir immer einfach, sie an Papas Seite zu akzeptieren. Sie anzunehmen und zu schätzen. Es war von Anfang an erkennbar, dass sie meinen Vater glücklich macht. Und sie gab mir Zeit und Raum. Sie gab meinem Vater und mir die Zeit und zu sehen, Dinge zu unternehmen, Vater und Tochter zu sein und uns zu unterhalten. Sie mischt sich - bis heute - nie ungefragt ein, gibt aber Ratschläge, wenn man sie fragt. Sie hat ein offenes Ohr & ein reines Herz. Ich konnte sie Stück für Stück kennenlernen, ihr Fragen stellen und Dinge anvertrauen. Sie hat meinen Vater verändert - und vielleicht auch mich. Sie machte ihn zu einem glücklichen Mann. Er zeigt heute seine Emotionen, ist offener, verständnisvoller. Er hat stets offene Arme und Ohren für mich und sogar meine Freunde. Er erfüllt sich Wünsche wie das Reisen und Konzerte. Sie hat ihm geholfen, sich weiter zu entwickeln und dennoch er zu bleiben. Sie unterstützt ihn & mich. Und nach über 10 Jahren, gemeinsamen Urlauben mit meinem Vater, ihr und ihrer Tochter, kann ich sagen: Ich habe eine Art Mutterfigur  dazu gewonnen.
Natürlich kann sie meine eigene Mutter nie ersetzen oder in den Schatten stellen. Dafür habe ich ein viel zu liebesvolles, inniges und vertrauensvolles Verhältnis zu meiner Mutter. Aber wenn ein Fremder meine Stiefmutter - unwissender Weise - als meine Mutter bezeichnet, dann kann ich es für mich annehmen - und protesteiere weder innerlich noch äußerlich. Sie ist mehr als "nur" die Partnerin meines Vaters - und dafür bin ich ihr dankbar. Dankbar, dass sie mich als Kind meines Vaters angenommen hat, sich nie ungefragt einmischte und dennoch stets zu uns steht. Danke, P.. Du machst das Wunderbar.

7. September 2017

Der schwarze Hund war wieder da....

"Der schwarze Hund war wieder da" -  ein Satz, den viele nicht verstehen. Ein Satz, der anderen, alles sagt - sie eventuell verunsichert oder besorgt stimmt.  (An dieser Stelle möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. )

Der schwarze Hund. Ein Synonym, eine Metapher für Depressionen. Für das beklemmende Gefühl in der Brust. Die schwarze, dunkle Wolke, die alles bedeckt. Die über den Gefühlen hängt. Der schwarze Hund, der einen verfolgt, einem zuzwinkert und vertrauensvoll ruft: Dein Leben ist sinnlos. Du bist sinnlos. Alles ist Sinnlos. Ein Hund, der ein treuer Begleiter ist, der dir aber jede Kraft nimmt. Kraft zum aufstehen, Kraft zum Gehen, Kraft zum Fühlen. Sogar die Kraft Glück zu empfinden. Ein Hund der nicht nach draußen will. Er will in der Wohnung bleiben... Gassi gehen, Gesellschaft, andere Menschen, all das findet dieser schwarze Hund schrecklich.

Vor kurzem sagte jemand zu mir, dass er sich Depressionen so gar nicht vorstellen kann. Das er nicht versteht, wie man alles ohne Sinn empfinden kann - ganz besonders das Leben. Und ich sagte ihm, was ich jedem anderen auch sagen würde: "Sei froh." . Wirklich. Seid froh, wenn ihr nicht nachvollziehen könnt, was da passiert - wie man so denken kann. Seid froh, dass ihr euch nicht mit eurem Tod beschäftigt habt. Nicht mit dem wann, wie, wo... Ich sagte ihm, außerdem, dass es wie eine graue Wolke ist, die alles überdeckt und einen keine positiven Gefühle empfinden lässt. Eigentlich wollte ich nie wirklich tot sein, dass kann ich so im nachhinein reflektieren. Ich wollte einfach nur, dass diese Sinnlosigkeit ein Ende hat. Ich wollte, dass ich wieder einen Sinn im Leben sehe. - Glück und Freude zu empfinden, das sind Dinge, die ich noch immer schätze.

Und dennoch versucht diese Wolke mich hin und wieder in den Bann zu ziehen. Mein Leben mit Dunkelheit zu bedecken. Mir zu zeigen, wie negativ alles ist. Manchmal merke ich das nicht sofort... Doch spätestens wenn andere bemerken, dass ich schlecht gelaunt bin & ich nicht weiß warum, dann weiß ich es. Dann merke ich es. Dann sehe ich die Wolke. Und was ich dann tu? Ich gebe mich ihr ganz kurz hin. Lasse die negativen Gefühle zu. Und gleichzeitig höre ich in mich hinein. Ich höre mein Herz, spüre das Blut in meinen Adern und atme ein und aus. Da ist Leben in mir - sehr viel. Und dieses Leben hat einen Sinn. Ich habe Ziele. Ich habe einen Überlebenswillen. Ich habe Wünsche, Träume und Freude in mir. Und spätestens wenn ich diese Dinge erkenne, zeige ich der dunklen Wolke den Mittelfinger & gehe mit dem Gedanken, dass morgen ein besserer Tag wird, schlafen.

Ich bin dankbar. Dankbar für meine Stärke. Dankbar, dass ich mich selbst reflektieren kann. Dankbar, dass ich die Wolke mittlerweile erkenne und verscheuchen kann. Dankbar, für die Sonne in mir.

Schwarzer Hund - Du kriegst mich nicht nochmal.

23. August 2017

Ich möchte...

Jemanden, der mit mir einen 5 Sterne Urlaub bucht, 
aber auch beim Campen mit mir glücklich ist. 

Jemanden, mit dem ich planen, 
aber auch spontan sein kann. 

Jemanden, der handwerklich begabt ist, 
aber auch im Haushalt fähig ist. 

Jemanden, der mein Fels in der Brandung 
aber auch gefühlvoll ist. 

Jemanden, der weiß, was er will, 
aber auch an meine Wünsche denkt. 

Jemanden, der mich an seinem Leben teilhaben lässt, 
aber trotzdem geheimnisvoll ist.

Jemanden, der am liebsten jede freie Minute mit mir verbringen will, 
aber mir auch meine Freiheit lässt. 

Jemanden, der kochen kann, 
aber mich auch an den Herd lässt.

Jemanden, der mich ich sein lässt,
aber mir auch seine ehrliche Meinung sagt. 

Jemanden, der meine Stärken kennt, 
aber auch meine Schwächen schätzt. 

Jemanden, bei dem ich  meinen Akku aufladen kann, 
aber dem ich auch helfen kann, selbst stark zu sein. 

Jemanden, der verrückt, 
aber auch ruhig ist.

Jemanden, der die Natur einatmet, erlebt und genießt, 
aber auch einen Tag auf dem Sofa verbringen kann. 

Jemanden, der mir Blumen mitbringt, 
aber nicht (nur) dann, wenn ich damit rechne. 


Und eigentlich, ganz eigentlich,  möchte ich nur jemanden, der mich liebt, treu und ehrlich ist....


7. August 2017

Auf der Suche nach dem Glück..


Fragt man Menschen, was sie sich wünschen, dann läuft am Ende Alles auf dieses kleine Wort aus: Glück. - Aber, was ist Glück überhaupt? Ist es der Moment, in dem er am Traualter "Ja" sagt? Der Moment, in dem du zum aller ersten Mal "das Land deiner Träume" betrittst? Der Moment, wenn der Großvater ein weiteres Jahr geschafft hat und noch seine Urenkel erlebt? Ist Glück dieser Moment, in dem ich hier sitze, ein paar Zeilen auf's Papier bringe und dabei die Natur um mich herum genieße? Ist Glück, die Millionen auf dem Konto zu haben? Schließlich sagt man: "Geld macht glücklich". Oder ist Glück, wenn du rechtzeitig von deinem Smartphone nach oben blickst und so der heranrollenden Straßenbahn ausweichst? Ist es Glück, wenn dich eine Frau küsst und es in deinem ganzen Körper kribbelt?
Kann man glücklich sein? Dauerhaft? Und allein? Ist Glück nur ein Moment? Eine Sekunde? Oder besteht das Glück an sich darin mit sich selbst im Reinen zu sein? Sich selbst zu ertragen, zu stützen, zu reflektieren und nachts um halb 3 zu beruhigen, wenn die Monster der Dunkelheit sich auf einen schmeißen? Vielleicht ist das Glück auch einfach zu leben!? All diese Dinge - die guten und schlechten - zu erleben. Die Luft zu atmen, die Sonne, das Wasser, den Wind und den Boden unter sich zu fühlen. 
Ich glaube: Glück ist individuell - für jeden von uns. Nur wir allein wissen, was uns glücklich macht - und trotzdem wissen wir es manchmal erst, wenn wir dem Glück begegnen.
Für mich ist das Glück nichts greifbares, etwas schwer definierbares. Meist ist es ein Gefühl (in einem Moment), dass mich vollkommen erfüllt, zufrieden stellt, positiv nachhallt, mich Freiheit fühlen lässt und jedes negative Gefühl ertragbarer macht. 

Ob ich glücklich bin? -  Ja
Gänzlich? - Wer kann das schon wissen?
Ich fühle mich gut - gut, mit mir, Meiner selbst und meinem Leben. Und das habe ich besonders einer Person zu verdanken: Dieser einen Person, die immer für mich kämpft, bedingungslos, seit meinem ersten Moment auf dieser Welt. Ihr wollt wissen wer das ist?  - Ich. 
I don't know if you know who you are, until you lose who you are.

23. Juli 2017

Die Route wird neu berechnet..

 Und plötzlich stehst du da. Du hast dir das alles so einfach vorgestellt. Den Entschluss gefasst - Dich getrennt, weil es dir richtig erschien. Weil es eine Entscheidung von Kopf, Bauch und Herz war - aber vor allem: deiner Intuition. Und auf die konntest du dich bisher immer verlassen. Doch dann folgte die Leere. Du füllst sie mit Aufgaben: Umräumen, Aufräumen, Umgestalten, Möbel Rücken, Planung einer Renovierung. Und dann kommst du nicht weiter. Du fühlst dich leer und doch so voller Gedanken. Du liegst gefühlt für eine Woche nur auf deiner Couch und lässt deine Gedanken kreisen, eher unterbewusst, als bewusst. Aber du weißt: Du brauchst diese Ruhe: jetzt - hier - und ohne Kompromisse. Menschen und Konversationen versuchst du aus dem Weg zu gehen. Zu viel ist innerlich in dir Aufgewühlt. Eigentlich ist es dein Unterbewusstsein, welches die Entscheidung trifft. Langsam, Schritt für Schritt kommst du wieder zu dir. Zwingst dich zu menschlichen Interaktionen. Du springst über deinen Schatten, triffst dich mit Freunden, Bekannten und jenen, die es werden wollen. Und dennoch ist in deinem Kopf diese Unruhe, die dich doch gleichzeitig so beruhigt. Du hast einen neuen Weg eingeschlagen und weißt, dass die Veränderung richtig war. "Und nun?", denkst du. Was willst du denn nun? Möchtest du erst einmal allein bleiben? Möchtest du vorerst alles belassen, wie es ist? Wie stellst du dir nun deine Zukunft vor? Was ist mit deinen alten Plänen? Gelten die noch? Du schiebst, planst und überlegst. Und dennoch kommst du dir planlos vor. Als wärst du aus der Bahn geworfen worden. Irgendwo zwischen Wünschen, Gedanken, Träumen und deiner Löffelliste versuchst du dich zu ordnen. Erkennst, was du noch klären willst, bevor es zu spät ist - oder dich gar aufhält. Du erkennst, dass gerade alles im Wandel ist, dass der Kompass sich wild dreht und dein inneres Navigationsgerät schreit. Es schreit dir in die Ohren: " Die Route wird neu berechnet!"
Du hältst kurz inne und beschließt dir die Zeit zu geben, dich wieder zu finden - vielleicht auch neu zu erfinden: Altes abzuhaken, neue Routen zu berechnen und dein Herz in Airbacks einzubetten.




Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die zu mir stehen. Die mir Kraft und Halt geben. Die Vertrauen und Verzeihen. Die mir helfen diese neue Route zu finden, eventuell nochmal zu ändern und genau zu durchdenken. Die mir helfen die alten Karten hinter mir zu lassen & das schlechte auszusortieren. Die mich ablenken, die dich mich aufwecken. und mein Herz beschützen. Danke.